Steppe und Savanne

Steppe und Savanne
Steppe und Savanne

In Amerika heißen sie Prärien und waren einmal die Heimat riesiger Bisonherden. Die Ungarn nennen sie Puszta, die Argentinier Pampa, sie weiden dort ihre Rinder- und Schafherden. In Afrika sind sie die Heimat der Elefanten, Giraffen und Löwen. Eigentlich gibt es in den Steppen und Savannen der Erde fast alles – nur keine Wälder.

VIEL GRAS UND EIN PAAR BÄUME

Steppen und Savannen nehmen eine Zwischenstellung ein. Würde es in ihnen etwas mehr regnen, dann gäbe es dort große Wälder; würde es aber weniger regnen, dann wären sie recht öde Gebiete, die sich zu Wüsten entwickeln könnten.

In den Steppen und Savannen wachsen vor allem Gräser und einzelne Bäume. Sie werden deshalb auch Grasländer genannt. Zusammen bedecken sie über ein Viertel der Erdoberfläche. Die Savannen sind die Grasländer der Tropen, also der heißen Zonen der Erde. In den „außertropischen” Grasländern – den Steppen – herrscht dagegen im Winter oft empfindliche Kälte.

Steppe

Die kühlen Grasländer liegen fast alle auf der Nordhalbkugel der Erde, und zwar im Inneren von Nordamerika und Asien. Wegen der großen Entfernung zum Meer und der dazwischen liegenden Gebirge (z. B. Rocky Mountains und Himalaya) gelangen weniger Regenwolken von den Ozeanen dorthin.

Alle Steppen haben kürzere oder längere Trockenzeiten zu überstehen. Regenmengen von über 500 Millimetern pro Jahr sind für sie schon ziemlich viel, und deshalb heißen sie dann auch Feuchtsteppen. Zum Vergleich: In Mitteleuropa fallen bis zu 1 200 Millimeter Regen im Jahr. Die eigentlichen Trockensteppen verzeichnen weniger als 500 Millimeter, und an den Grenzen zu den Wüsten sinkt der Jahresniederschlag auf unter 200 Millimeter.

EIN OZEAN AUS GRAS

Die Menge des Regens bestimmt das Erscheinungsbild der Steppen. In den Randgebieten, wo noch ziemlich viel Regen fällt, wachsen einzelne Bäume und sogar kleine Wäldchen. Die weitaus größte Fläche aber ist von Gräsern bedeckt. Ihre Wurzeln müssen nur einen kleinen Pflanzentrieb versorgen, der sich zudem im Winter unter dem Schnee vor dem Frost schützen kann. Deshalb werden Gräser besser mit der Kälte und den Trockenzeiten der Steppen fertig als Bäume und andere größere Pflanzen.

Je mehr Regen fällt, desto höher sind die Gräser: in der Feuchtsteppe bis zu einem Meter, in der Trockensteppe 20 bis 30 Zentimeter – daher kommt auch die Einteilung in Langgras- und Kurzgrassteppen. Blühende Stauden und Kräuter geben der Feuchtsteppe im Frühjahr ein farbenfrohes Bild. Mit abnehmendem Niederschlag werden die Grasdecken der Trockensteppen immer lückenhafter, und sie gehen schließlich in die Wüstensteppen über, in denen vor allem Trockensträucher wachsen.

Bewohner der australischen Steppen

In den grasreichen Steppen Australiens wachsen vereinzelte Akazien und Eukalyptusbäume. Diese Gebiete sind Lebensraum von Kängurus und Koalas.

NUTZUNG VON STEPPEN

In den Steppen herrschen große jährliche Temperaturschwankungen. Sommertemperaturen von 30 °C stehen Winterzeiten mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt (0 °C) und viel Schnee gegenüber. Wegen der langen Dürrezeiten von mehr als einem halben Jahr sind die Trockensteppen eigentlich nur als Viehweiden brauchbar. Fruchtbar und leicht zu bearbeiten sind dagegen bestimmte Böden der Feuchtsteppen.

Der berühmteste Steppenboden ist der Tschernosem, die Schwarzerde in Osteuropa und Asien. Die hohe Fruchtbarkeit ergibt sich aus der außerordentlich (über 150 Zentimeter) dicken Auflage aus nährstoffreichem Humus.

Die Pampa

Die größte Steppe auf der Südhalbkugel ist die argentinische Pampa. Sie ist heute die „Kornkammer” des Landes - dort werden etwa 90 Prozent des argentinischen Weizens angebaut.

Savanne

Die Savannen Afrikas sind die Heimat der Giraffen, der Elefanten, der Löwen, der Zebras und vieler anderer Großtiere des „Schwarzen Kontinents”. Sie erhalten ähnlich hohe Niederschläge wie die Steppen. Aber da es dort wärmer ist als bei uns, verdunstet das Wasser schneller. Und wie die Steppen müssen auch die Savannen trockene Perioden überstehen, die mehrere Monate dauern können.

Entscheidend für die Pflanzendecke ist wieder die Menge des Regens, der vor allem im Sommer fällt. Wie in der Steppe herrschen auch in den Savannen der Tropen Gräser vor. In der Feuchtsavanne werden sie über zwei Meter, in der Trockensavanne immerhin noch bis zu einem Meter hoch. Wo die Regenmenge weniger als 200 Millimeter im Jahr beträgt, entstehen Dornsavannen: Dornige und kleinblättrige Gewächse verdunsten weniger Wasser und bilden hier ein lückenhaftes Pflanzenkleid.

PARADIESE FÜR Raubtiere

Die offenen Savannen sind das Reich der Raubtiere. Das Fehlen von Wäldern (und damit von Verstecken) macht es den Löwen, Leoparden, Schakalen und Hyänen leicht, ihre Beute auszuspähen. Und sie alle sind ausdauernde Läufer, die weite Strecken zurücklegen können.

Auch Raubvögel wie Habichte und Bussarde finden in den Savannen gute Jagdreviere. Einzeln stehende Bäume sind Nistplätze und zugleich Ruheplätze auf den weiten Beutezügen. Kleinere Pflanzen fressende Tiere in den Savannen sind Kaninchen und Mäuse; sie können sich vor den Raubvögeln in ihren Bauten unter der Erde in Sicherheit bringen.

Menschliche Jäger

Aber nicht nur Raubtiere jagen am liebsten in der Savanne, sondern auch die Menschen: Die Safaris genannten Jagdausflüge - ob mit Photoapparat oder Gewehr - führen in die Savannengebiete Afrikas. Eine der bekanntesten Savannen Ostafrikas ist die Serengeti.

AUS STEPPEN UND SAVANNEN WERDEN WÜSTEN

Wenn Steppen und Savannen sich selbst überlassen bleiben, kann ihnen nicht viel passieren. Wenn aber die Menschen dort Felder anbauen und Vieh züchten, können die Grasländer sehr schnell aus dem Gleichgewicht kommen. Wenn die Gräser abgeweidet sind, wird die Savanne schnell zum Ödland. In Afrika sind so schon große Savannenflächen zu Wüsten geworden.

Die Umwandlung von Savannengebieten in Wüsten nennt man auch Desertifikation. Sie ist oft das Ergebnis falscher Landnutzung und bedroht alle trockenen Steppen und Savannen, vor allem aber die afrikanischen Dornsavannen.

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