Maximilien de Robespierre

Maximilien de Robespierre - Porträt
Maximilien de Robespierre

Maximilien de Robespierre gilt als der konsequenteste Verfechter der Französischen Revolution. Er hing den Idealen von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit so fanatisch an, dass er sie mit Terror und Schrecken durchsetzen wollte.

Der Sohn eines Advokaten wurde nach seinem Jurastudium selbst Anwalt und vertrat vor allem die Armen. Unter König Ludwig XVI. (1754-1793) lebte der größte Teil der französischen Bevölkerung in bitterer Armut. Der König finanzierte seinen verschwenderischen Lebensstil und seine Kriege durch immer mehr Abgaben und Steuern, die schwer auf dem Volk lasteten. Als er die Steuern wieder einmal anheben wollte und es diesmal die Adligen betraf, bestanden diese darauf, dass der König die Generalstände einberief. Die französische Gesellschaft war in drei Stände eingeteilt: Den ersten Stand bildete der Adel, den zweiten die Geistlichkeit, die ebenfalls vorwiegend aus Adligen bestand, und der dritte Stand umfasste alle Nichtadligen, also Bürger, Handwerker, Lohnarbeiter und Bauern. Die Generalstände waren eine Versammlung der Vertreter aller Stände. Sie hatten allerdings nur beratende Funktion und waren unter der absolutischen Herrschaft seit 1614 nicht mehr einberufen worden. Robespierre wurde vom dritten Stand seiner Heimatstadt zum Abgeordneten gewählt und fand sich in Versaills zur Beratung ein. Schnell wurde klar, dass eine Einigung zwischen den Ständen nicht zu erzielen war. Der dritte Stand, der 98 Prozent der Bevölkerung repräsentierte, erklärte sich daraufhin zur Nationalversammlung und wollte eine Verfassung für Frankreich erarbeiten. Noch ging es nicht darum, den König abzusetzen. Er sollte weiterhin Staatsoberhaupt bleiben, aber den Bauern und Handwerkern mehr Rechte zugestehen. Maximilien de Robespierre wandte sich in der verfassungsgebenden Versammlung gegen ein Einpruchsrecht des Königs. Er forderte freie, gleiche und direkte Wahlen, die Befreiung der Sklaven auf den Inseln der Karibik und ein Ende der Rassendiskriminierung.

Robespierre gehörte den linken Revolutionären an und saß dem Jakobinerklub vor. Diese politische Partei war von Abgeordneten aus der Bretagne gegründet worden und tagte in dem verlassenen Kloster St. Jakob. Sie wollten eine Republik errichten und forderten Gleichheit für alle. Dort erwarb sich Maximilien de Robespierre den Beinamen des "Unbestechlichen". Er war nüchtern und steif, predigte Moral und Tugend. Er meinte am besten zu wissen, was für das Volk gut sei und wie man die Tugend wiederherstellen konnte - nähmlich durch die gnadenlose Vernichtung ihrer Feinde. Er gab mir wenig Erfolg eine politische Zeitschrift heraus, gewann aber durch flammende Reden die Öffentlichkeit für sich. Obwohl der König den Eid auf die Verfassung leistete, verlangte Maximilien de Robespierre 1792 seine Absetzung.

Da der König bei geheimen Verhandlungen mit ausländischen Mächten ertappt wurde, die er um Hilfe gegen die Revolutionäre ersucht hatte, wurde die königliche Familie eingekerkert. Robespierre forderte mit anderen Jakobinern die Hinrichtung Ludwigs XVI. ohne Prozess. Doch die gemäßigten Girondisten hatten noch die Mehrheit in der Nationalversammlung und setzten einen Prozess durch. Maximilien de Robespierre stimmte mit einer knappen Mehrheit für das Todesurteil, das am 21. Januar 1793 durch die Guillotine vollstreckt wurde. Robespierre setzte alles daran, die Girondisten zu verdrängen. Er rief die Sansculotten zum Aufstand gegen sie auf, hielt sich aber während der Erhebung im Hintergrund. Mit dem Sturz der Girondisten begann die Macht der Jakobiner, die sich allmählich zu einer linken Diktatur unter der persönlichen Herrschaft Robespierres entwickelte. Im Sommer 1793 wurde die neue republikanische Verfassung verabschiedet, die aber nie wirklich in Kraft trat, da die Jakobiner selbst die Staatsgewalt ausübten. Maximilien de Robespierre ließ jeden, der ihm im Weg stand, hinrichten. Die Guillotine wurde zu einem Symbol der Schreckensherrschaft, der "revolutionäre Terror" zum Mittel der Machterhaltung. Unter Robespierre wurden im Mai 1794 täglich bis zu 20 Menschen enthauptet. Im Juli 1794 hatte die Pariser Bevölkerung genug von Robespierres willkürlicher Herrschaft. Seine Gegner nutzten die Chance, verhafteten ihn und ließen ihn ohne Prozess guillotinieren.

Maximilien de Robespierre - Hinrichtung in Paris
Hinrichtung von Maximilien de Robespierre

Guillotine

Guillotine
Guillotine

Der Arzt Joseph Ignace Guillotin (1738-1814) hatte die Idee, Hinrichtungen statt mit dem Schwert oder dem Handbeil mit einem mechanischen Fallbeil schneller, sicherer und angeblich schmerzlos vornehmen zu lassen. Die technische Ausführung lag in den Händen des Arztes Louis. Als er und Guillotin in den Tuilerien, dem Palast des Königs, über Probleme mit der sichelförmigen Klinge berieten, betrat Ludwig der XVI. den Raum. Der König, der gerne Metall bearbeitete, riet zu einer schrägen Klinge. Einer der ersten politischen Verurteilten, die mit der Guillotine hingerichtet wurden, war der König selbst.

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