Gaius Julius Caesar

Gaius Julius Caesar
Gaius Julius Caesar

Es gibt wohl keinen bekannteren Römer als Gaius Julius Caesar. Bis heute begegnet er uns immer wieder in Büchern, Filmen und nicht zuletzt als arroganter und erfolgloser Gegner der beiden Gallier Asterix und Obelix. Doch wer war dieser Feldherr und Staatsmann, an dessen Schriften sich seit Jahrhunderten Lateinschüler die Zähne ausbeißen?

Caesar wurde im Jahr 100 v. Chr. als Spross einer alten römischen Familie, der Gens Iulia (Geschlecht der Julier), geboren und wuchs in Rom auf. Als Sohn des Gaius Caesar und der Aurelia wurde Gaius Julius Caesar in den alten römischen Adel der Patrizier geboren. Schon früh kam er allerdings in Kontakt mit Plebejern. Seine Tante Julia war mit Marius, einem Politiker der Popularen, verheiratet. Und auch Caesars Ehe mit Cornelia führte ihn unter Politiker, die für die Plebejer wirkten. Von 81 bis 79 v. Chr. diente Caesar als Offizier in der Provinz Asia (Kleinasien). Danach studierte er auf Rhodos bei griechischen Gelehrten. Nach seiner Rückkehr wurde er 70 v. Chr. Mitglied des römischen Senats. Während er alle vorgesehenen Ämter durchlief, vertrat er, wo er konnte, die Interessen der Plebejer.

63 v. Chr. gewann Cicero (106-43 v. Chr.) gegen Catilina (108-62 v. Chr.) die Wahl zum Konsul. Cicero hatte sich als Redner, Gelehrter, Philosoph und Staatstheoretiker einen Namen gemacht. Er stand den Optimaten nahe. Catilina nahm seine Niederlage nicht hin und versuchte an der Spitze eines Aufstandes Cicero zu stürzen. Cicero deckte die Verschwörung jedoch rechtzeitig auf und ließ sie niederschlagen. Im Prozess gegen die Anhänger Catilinas sprach sich Gaius Julius Caesar gegen die Todesstrafe aus. Die Optimaten verdächtigten ihn, er wäre wie andere Popularen ein Anhänger der Catilinarier. Caesar verbündete sich 60 v. Chr. mit den einflussreichen Politikern Pompeius (106-48 v. Chr.) und Crassus (115-53 v. Chr.) zu einem Triumvirat, einem Bündnis zwischen drei mächtigen Männern. Die drei verabredeten, sich auch bei unterschiedlichen Interessen nicht zu bekämpfen. Durch die Hilfe seiner Bündnispartner wurde Gaius Julius Caesar im Jahr darauf zum Konsul gewählt.

Die Ämterlaufbahn und eine kostspielige Lebensführung hatten Caesar viel Geld gekostet. Er war hoch verschuldet. Da Cornelia gestorben war, heiratete er 59 v. Chr. die wohlhabende Calpurnia. Seine Tochter Julia aus seiner ersten Ehe verheiratete er mit dem begüterten Pompeius. Noch einträglicher war es aber, als Statthalter eine Provinz zu verwalten, vor allem wenn man sie durch Feldzüge noch vergrößern konnte: 58 v. Chr. wurde Gaius Julius Caesar Statthalter in Illyrien (Dalmatien), Gallia Cisalpina (Norditalien) und Gallia Transalpina (Südfrankreich). Aufstände des Ariovist und des Vercingetorix sowie andere Erhebungen keltischer Völker boten ihm Vorwände, nach und nach das gesamte Gebiet des heutigen Frankreich, Belgien, Teile der Schweiz und alle Gebiete westlich des Rheins für Rom zu erobern. Er führe auch Krieg gegen die Germanen und wagte eine Überfahrt nach Britannien. Seine Eroberungen vergrößerten das römische Weltreich beträchtlich und füllten zudem Caesars private Schatztruhe. Das weckte das Misstrauen des Senats. Crassus war inzwischen im Orient gefallen. Pompeius regierte nach Unruhen in Rom als alleiniger Konsul fast wie ein Diktator. Er vertrat mittlerweile die Interessen der Optimaten und war Caesars Feind geworden. Er unterstützte den Senat darin, Caesars Statthalterschaft nicht zu verlängern.

Als Caesar sich für das Jahr 48 v. Chr. um das Amt des Konsuls bewarb, wollte er sein Heer nicht, wie es der Senat verlangte, auflösen. Er glaubte sich seines Lebens in Rom sonst nicht sicher. Deswegen überschritt er am 10. Januar 49 v. Chr. den Fluss Rubikon, der Gallien von Italien trennte, und eröffnete einen Bürgerkrieg. Pompeius floh mit dem Heer des Senats nach Griechenland. Gaius Julius Caesar unterwarf Italien, zog dann weiter nach Spanien und schlug schließlich Pompeius bei Pharsalos. Danach eroberte er Ägypten und machte die Herrscherin Kleopatra VII. zu seiner Geliebten. Mit ihr hatte er einen Sohn, Caesarion. Zu seinen Gesetzen gehörte die Reform des Kalenders. Der julianische Kalender galt bis 1582.

Unaufhaltsam zog Caesar durch den Orient. Nach jedem Sieg ließ er sich in Rom erneut zum Diktator ausrufen. 46 v. Chr. wurde seine Diktatur sogar um zehn Jahre verlängert. Der Senat unterstellte ihm, er wolle das Königtum wiederherstellen. Nachdem er sich zum Diktator auf Lebenszeit erklärte, die Königswürde aber abgelehnt hatte, trafen ihn an den Iden des März (15.03.) 44 v. Chr. die tödlichen Dolchstiche einer Verschwörung unter Brutus und Cassius.

Sein Neffe Octavian (63 v. Chr. -14 n. Chr.) trat sein Erbe an und wurde unter dem Namen Augustus der erste Kaiser der Weltgeschichte.

HÜTE DICH VOR DEN IDEN DES MÄRZ!

Den angebotenen Königstitel wollte Gaius Jullius Caesar nicht annehmen; trotzdem stellten sich die adeligen Familien Roms gegen Caesar und versuchten seine Alleinherrschaft zu beseitigen. Die politische Stimmung in Rom war angeheizt, als Gaius Julius Caesar sich an den Iden des März, also am 15. März 44 v. Chr. (die Monatsmitte nannte man Iden), auf den Weg zu einer Senatssitzung machte. Bei einem Opfer war Caesar vor diesem Tag gewarnt worden. Auch Calpurnia, Caesars dritte Frau, hatte in der Nacht einen unheilvollen Traum gehabt. Am Tagungsort des Senats angekommen, umringten zahlreiche Senatoren Caesar und erdolchten gemeinsam den Diktator. Unter ihnen war auch Marcus Iunius Brutus, ein enger Freund Caesars und Spross einer der ältesten und vornehmsten Familien Roms. Die etwa 60 Verschwörer waren überzeugt, dass sie durch ihre Tat die Römische Republik von einem Tyrannen befreit hätten. Doch der Mord führte letztendlich zum Gegenteil, zur Auflösung der Republik und zur Errichtung des Prinzipats (Kaiserherrschaft) durch Caesars Großneffen und Alleinerben: Octavian, den späteren Augustus.

DER GÖTTLICHE Gaius Julius CAESAR

Marcus Antonius, General und enger Vertrauter Caesars, und der junge Octavian verbrannten den Leichnam des Ermordeten auf dem Forum Romanum, dem Zentrum Roms. Hier wurde Caesar auch beigesetzt und in einem Tempel als Gott verehrt. Sein Name wurde später zum Herrschertitel in Rom. Auch unser Wort Kaiser leitet sich von Caesar ab. Der beispiellose Aufstieg Caesars fasziniert bis heute und regte zahlreiche Autoren, allen voran William Shakespeare, zu Werken über diese schillernde Gestalt an.

Geflügelte Worte von Caesar

"Die Würfel sind gefallen" ist ein geflügeltes Wort. Es geht zurück auf den Ausspruch Caesars, bevor er den Rubikon überschritt: "Alea iacta est" (Der Würfel ist geworfen!). Auch der Ausdruck "den Rubikon überschreiten" ist zu einem Sprichwort in unserem Sprachgebrauch geworden. Es bedeutet, eine wichtige Entscheidung unwiderruflich zu treffen. "Veni, vidi, vici" (Ich kam, ich sah, ich siegte!) rief Gaius Juliuss Caesar 47 v. Chr. nach der Schlacht bei Zela im Orient.

Kommentare: 1
  • #1

    Bernd V. Köster (Montag, 29 Juli 2019 09:05)

    Es ist immer schwierig etwas "in Kürze" darzulegen. Dennoch interessant und gut geschrieben.