Die ersten Menschen

Die ersten Menschen als Familie - Karikatur
Die ersten Menschen - Karikatur

Wer waren die ersten Menschen, wie haben sie gelebt und wie haben sich diese Entwickelt? Dieser Frage gehen wir in diesem Beitrag nach. Und wünschen euch viel Spaß beim Lesen.

Die ersten menschenähnlichen Wesen, die Australopithecinen, lebten vermutlich vor mehreren Millionen Jahren in Afrika. Ihr Gehirn war noch sehr klein und ihr Gebiss affenähnlich ausgeprägt. Diese so genannten Vormenschen bewegten sich zwar bereits größtenteils zweibeinig voran, doch mit den heutigen Menschen sind sie nicht zu vergleichen.

Unser erster nächster Verwandter war der Homo habilis ("geschickter Mensch"). Er benutzte bereits Steine, um Nahrung zu zerteilen. Dafür brauchte er seine Hände, wodurch er gezwungen war, immer mehr aufrecht zu gehen. Aus diesen Frühmenschen, die in kleinen Verbänden lebten, entwickelte sich vor etwa 1,5 Millionen Jahren der Homo erectus ("aufrecht gehender Mensch"), von dem Überreste in Afrika, Asien, und Europa gefunden wurden. Der Homo erectus konnte Feuer machen.

Starke Klimaveränderungen hatten zu ausgedehnten Wanderungen der Frühmenschen über die Kontinente geführt, die zum Teil noch verbunden waren.

Vor etwa 200.000 Jahren entwickelten sich zeitgleich in Afrika der Homo sapiens ("vernunftbegabter Mensch") und in Europa der Neandertaler. Beide beherrschten vermutlich bereits eine sehr einfache Sprache. Sie stellten Werkzeuge aus Feuerstein her, deshalb nennt man diese Zeit auch Steinzeit. Diese Jäger und Sammler konnten sich jedoch noch keine Häuser bauen, sondern lebten in Höhlen. Besonders die Neandertaler mussten mit starker Kälte kämpfen, denn die letzte Eiszeit war noch lange nicht zu Ende. Die Neandertaler bestatteten ihre Angehörigen, was zeigt, dass sie bereits über den Tod nachgedacht haben.

Wir heutigen Menschen stammen vermutlich von den Cromagnonmenschen ab. Diese Steinzeitmenschen kamen aus Vorderasien nach Europa und verdrängten mit der Zeit die Neandertaler. Sie lebten in Höhlen oder bauten sich einfache Hütten und Zelte. Sie verfügten schon über einen sehr großen Wortschatz und fertigten Kleidung, Schmuck, Werkzeuge und Jagdwaffen an. Die Cromagnonmenschen lebten in größeren Verbänden und teilten Arbeiten wie Jagen, Beerensammeln oder Kleidunganfertigen untereinander auf. Die Höhlenmalereien in Frankreich, Spanien und in der Sahara sind Zeugnisse ihrer künstlerischen Fähigkeiten. Dargestellt sind Tiere, die diese Menschen vermutlich jagten. Man geht davon aus, dass sie damit ihr Jagdglück beschwören wollten.

Der wichtigste Fund aus der Jungsteinzeit ist der "Ötzi". Dieser unter Schnee und Eis gut erhaltene Frühmensch wurde mit Waffen und Kleidungsresten 1991 in den Tiroler Alpen gefunden. Der "Ötzi" lebte vermutlich vor etwa 5.300 Jahren.

Vor 10.000 Jahren wurden im Gebiet des Fruchtbaren Halbmondes die ersten Bauern sesshaft. Sie entwickelten Werkzeuge zum Bearbeiten der Felder und legten Dörfer an. Besonders bekannt sind die Pfahlbauten. Die Landwirtschaft entstand und damit auch Bewässerungssysteme. Die ersten Getreidesorten wurden kultiviert und weiterentwickelt. Mit der Zeit fingen die Bauern an mit Waren zu handeln. Vor etwa 6.000 Jahren entdeckten die Menschen, wie Ton zu haltbaren Gefäßen gebrannt werden konnte, sowie Methoden zur Metallgewinnung und -verarbeitung. Zunächst verarbeiteten sie Kupfer, doch es war zu weich. Daher vermischten sie es mit Zinn und erhielten ein wesentlich härteres Metall: Bronze. Mit dem Anbruch der Bronzezeit entstanden auch die ersten Hochkulturen.

Heute ist noch immer die Steinzeit

Die Zeitabschnitte Steinzeit, Bronzezeit oder Eisenzeit sind zeitlich nicht so klar einzugrenzen wie etwa das Mittelalter oder die Neuzeit. Sie beschreiben bestimmte Entwicklungsstufen der Menschen. So stoßen wir sogar heute noch auf Völker in Australien, Südamerika oder Afrika, die eine steinzeitliche Lebensweise aufweisen, während wir bereits im Internet surfen. Treffen derart unterschiedliche Welten aufeinander, ist die Frage berechtigt, ob wir diesen angeblich rückständigen Menschen mit unserem Fortschritt tatsächlich etwas Gutes tun.

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