Astronaut

Astronaut, Weltall, Erde
Astronaut im Weltall

Ein Astronaut ist jemand, der im Weltraum arbeitet. Meist ist er dabei etwa zwischen 350 und 450 Kilometer von der Erdoberfläche entfernt. Nur ganz wenige Menschen durften bis heute die Umlaufbahnen unseres Planeten verlassen und bis zum Mond fliegen. In Russland nennt man Astronauten auch Kosmonauten.

WIE MAN ASTRONAUT WIRD

Den Beruf Astronaut gibt es nicht. Sehr häufig sind es Physiker, Chemiker oder Biologen, manchmal auch Techniker. Die meiste Zeit über macht ein Astronaut genau das, was ein Wissenschaftler auch auf der Erde macht: Er forscht – beispielsweise in der Internationalen Raumstation ISS. Wenn jedoch ein wichtiger Satellit repariert werden muss, dann schickt man lieber einen Techniker als einen Professor. Trotzdem müssen alle Astronauten sehr viel technisches Wissen haben. Außerdem darf nur derjenige in den Weltraum, der sich vorher jahrelang darauf vorbereitet hat.

Knochenschwund und Astronautenkrankheit

Wenn man im Fernsehen Bilder von Astronauten sieht, dann lassen sie meistens einige Gegenstände durch die Luft fliegen und wirken in der Schwerelosigkeit recht vergnügt. Doch ihr Körper zahlt einen hohen Preis dafür. Bereits nach einer Woche hat er sich auf die Schwerelosigkeit eingestellt: Er hat bemerkt, dass die Knochen kein Gewicht mehr tragen müssen, und hält sie für unnötig. Also fängt er an, die Knochen langsam aufzulösen.

Ein Aufenthalt im Weltraum kann auch auf andere Art unangenehm werden. Auf der Erde entfernt unser Körper altersschwache rote Blutkörperchen und ersetzt sie durch neue. Im Weltraum ist das leider umgekehrt: Die jungen Blutkörperchen sterben und die alten bleiben erhalten. Man fühlt sich müde und ausgelaugt. Dieser merkwürdige Vorgang heißt Astronautenkrankheit.

ASTRONAUTENTRAINING

Ein großer Teil des Astronautentrainings sind anstrengende Übungen, in denen es um die Schwerkraft, Fliehkraft und um andere Vorbereitungen geht, die mit der Schwerelosigkeit und der Weltraumreise zu tun haben. Deshalb müssen die Kandidaten sehr sportlich und schwindelfrei sein. Das Wichtigste ist ein stabiler Kreislauf, sonst würde man die Manöver und Bewegungen in der Schwerelosigkeit nicht schaffen.

Erst für die Besten, die alle Prüfungen bestanden haben, fängt dann ein jahrelanges Astronautentraining an. Im Flugsimulator lernen sie, eine Raumfähre zu fliegen. Unter Wasser wird das Verhalten in der Schwerelosigkeit geübt und gelernt, wie man sich in den klobigen Raumanzügen so bewegt, dass man auch schwierige Reparaturen ausführen kann. Jedes noch so kleine Detail wird hundertmal geprobt. Und wenn man etliche Jahre damit zugebracht hat, dann ist es keineswegs sicher, dass man auch wirklich ins All fliegen darf. Manche Astronauten warten vergeblich auf den großen Flug – sie sind nur als Reserve da, falls ihren Kollegen im All etwas zustoßen sollte.

Weitere Voraussetzungen und Nerven aus Stahl

Neben den vielen umfangreichen Tests spielt aber auch noch die seelische Verfassung eine große Rolle. Leute mit Platzangst könnten z. B. niemals Astronaut werden. Jemand mit Platzangst könnte in einer engen Raumkapsel leicht in Panik geraten und sich und die anderen Astronauten an Bord in Gefahr bringen. Im Ernstfall muss ein Astronaut Ruhe bewahren und sich genau so verhalten, wie er es gelernt hat, und das auch, wenn sein Leben in Gefahr ist. Dabei ist Gehorsam extrem wichtig. Man muss den Anweisungen der Bodenstation Folge leisten, auch wenn man meint, dass es falsch ist oder wenn man es selber anders machen würde.

Manchmal müssen Astronauten ein oder zwei Jahre lang auf ganz engem Raum zusammenleben, was nur die wenigsten Menschen können. Wenn man sich beispielsweise für einen Flug zum Mars bewirbt, spielen solche Fähigkeiten eine sehr große Rolle. Auf der Internationalen Raumstation ISS wird zurzeit u. a. erforscht, wie man diese Fähigkeiten besser trainieren kann.

Viel Arbeit, wenig Freizeit

Astronauten tragen eine große Verantwortung. Sie bedienen täglich viele Stunden lang sehr komplizierte Geräte und müssen also lange Zeit hochkonzentriert arbeiten. Da es im All keine Schwerkraft gibt, verliert der Mensch zunehmend an Muskelmasse. Deshalb muss ein Astronaut in seiner kurzen Freizeit ständig seinen Körper trainieren. Trotz all dieser Strapazen erzählen alle Astronauten davon, was für ein unvergessliches Erlebnis es ist, die Erde vom Weltall aus zu sehen. Fast jeder Astronaut würde deshalb wieder in den Erdorbit zurückkehren.

BERÜHMTE Astronauten

Büste von Jurij Gagarin
Büste von Jurij Gagarin

Der russische Testpilot Jurij Aleksejewitsch Gagarin war 27 Jahre alt, als am 12. April 1961 im Raumfahrthafen Baikonur die Triebwerke seiner Rakete zündeten. Er wusste, dass seine Chancen im besten Fall 50:50 standen. Doch alles funktionierte wie geplant. Gagarin war der erste Mensch, der die Erde aus dem Weltraum sah und so wirklich erkennen konnte, dass unser Heimatplanet eine Kugel ist. Nur wenige Stunden später ging die Nachricht von Gagarins Flug um die Welt. Aus dem ehemaligen Bauernsohn war ein Held geworden.

Neil Amstrong, Mondlandung, Zeitung
Zeitungsauschnitt von Neil Armstrongs "Spaziergang" auf dem Mond

Am 21. Juli 1969 um 3.56 Uhr betrat der amerikanische Astronaut Neil Alden Armstrong als erster Mensch den Mond. Jahrelang hatte man diesen Augenblick geprobt, und eine halbe Million Menschen hatten dafür gearbeitet, dass dieser Menschheitstraum in Erfüllung ging. Deshalb sagte Armstrong, als er zum ersten Mal seinen Fuß auf den Mondboden setzte: „Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Schritt für die Menschheit.”

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