Asien

Asien
Asien

Bei dem Wort Asien denkst du vielleicht erst einmal an China, Japan oder Thailand. Die Einwohner dort haben leicht schräg stehende, mandelförmige Augen und glatte schwarze Haare. Dieses Bild trifft aber nur auf einen Teil der Menschen in Südostasien zu. Der riesige Erdteil Asien besteht jedoch aus noch viel mehr interessanten Völkern und faszinierenden Ländern.

Asien ist der größte Erdteil auf unserem Planeten. Einschließlich seiner Binnenmeere umfasst er 44,4 Millionen Quadratkilometer Fläche. Das sind 33 Prozent der Landfläche der Erde. Asien ist mit Afrika durch die Landenge von Suez verbunden, nach Australien führt die Inselbrücke des Malaiischen Archipels hinüber, nach Amerika die Alëuten, eine gebirgige Inselgruppe zwischen Beringmeer und Pazifischem Ozean. In Asien leben rund 3,5 Milliarden Menschen. Damit ist Asien auch der Erdteil mit den meisten Einwohnern. Diese gehören einer ganzen Reihe verschiedener Völker an.

Die asiatische Festlandmasse ist nur wenig gegliedert. Wichtige Halbinseln sind Kleinasien, die Arabische Halbinsel, Vorderindien, Hinterindien, Korea, Kamtschatka und die Tschuktschen-Halbinsel. Im Osten und Südosten sind Iselketten (Japan, Philippinen und Indonesien) vorgelagert. Zentralasien besteht aus verschiedenen Hochländern wie z. B. Tibet, dessen Randgebirge tragen die höchsten Gipfel der Erde wie den Mount Everest mit 8.846 m.

Mount Everest in Asien
Mount Everest, der höchste Berg der Welt

Das Klima in Asien ist vorherrschend kontinental. Während im Norden die Winter extrem kalt und die Sommer nur gemäßigt sind, werden auf der Arabischen Halbinsel und in Zentralasien die Sommer sehr heiß und trocken. In Vorderasien herrscht zum Teil Mittelmeerklima. Süd- und Ostasien zeichnen sich durch Monsunklima mit einem Wechsel von Regen- und Trockenzeit aus. Im äußersten Süden findet sich zum Teil Tropenklima.

Unterschiedlich wie das Klima ist auch die Pflanzenwelt mit polarer Steppe im Norden, daran anschließend sibirischem Nadelwald (Taiga), Steppen, Salzsteppen und Wüsten, in Süd- und Ostasien Laub- und Mischwälder, in den Tropengebieten Regenwald.

Ebenso vielfältig zeigt sich auch die asiatische Tierwelt. Im hohen Norden leben Rentiere, Polarfüchse oder Lemminge, die besonders gut an das Leben in großer Kälte angepasst sind. In Nord- und Zentralasien leben die gleichen Tiere wie in Europa, da hier das Klima dem europäischen Klima ähnelt. Darunter sind Bären, Wölfe oder Otter. In Vorderasien sind Tierarten aus dem Mittelmeerraum verbreitet. Im Süden und Südosten leben u. a. große Pflanzenfresser und Raubtiere wie Elefanten oder große Raubkatzen.

Auf wirtschaftlichem Sektor sticht der Unterschied zwischen Arm und Reich ins Auge. Auf der einen Seite stehen hoch industrialisierte Länder wie Japan, das eine deutliche Vormachtstellung einnimmt. Auf der anderen Seite finden sich Länder mit einem sehr niedrigen Pro-Kopf-Einkommen wie Vietnam. Der Anteil Asiens am Weltsozialprodukt (als Weltsozialprodukt wird der Wert aller Güter bezeichnet, die innerhalb eines Jahres auf der ganzen Welt erzeugt werden) beträgt deshalb auch nur ca. 25 Prozent. Die Stärke des Erdteils liegt in der Landwirtschaft. Angebaut werden Reis, Kautschuk, Jute, Tee, Baumwollsamen, Sojabohnen. In Japan, Russland und China ist der Fischfang von Bedeutung. An Bodenschätzen werden u. a. Zinn, Wolfram, Steinkohle, Erdöl, Antimon und Eisenerz abgebaut. Ausgeführt werden Reis, Tee, Tabak, Gummi, Baumwolle, Jute, Zucker, Ölfrüchte, Erdöl und Zinn sowie industrielle Massenerzeugnisse aus Japan. In einigen Ländern wie Malaysia ist die Industrialisierung auf dem Vormarsch.

Die am besten ausgebauten Straßennetze haben die Länder Japan, Indien, Pakistan und Indonesien. Japan Sibirien, Indien, Pakistan, einige Republiken der GUS, Indonesien und das östliche China verfügen über ein ausgedehntes Schienennetz. Aber auch der Luftverkehr gewinnt an Bedeutung.

Die Seidenstraße

Bereits vor über 2 000 Jahren legten die Chinesen ein System von Straßen an, das China quer durch Asien mit seinen Handelspartnern in Vorderasien und Europa verband. Über diese Straßen wurde neben Gold, Silber und Stoffen auch die wertvollen Seide transportiert, weshalb sie ihren Namen „Seidenstraßen” erhielten. Entlang der mehrere Tausend Kilometer langen Transportwege lagen und entstanden zahlreiche Städte, die durch den Handel reich wurden. Startpunkt war die damalige chinesische Hauptstadt Xian. Weitere wichtige Städte auf der Route waren Samarkand (im heutigen Usbekistan), Damaskus (Syrien), Alexandria (Ägypten) und Antiochia (Türkei), das heute Antakya heißt.

Viele Völker in Asien

Asien ist der Erdteil, auf dem die meisten Menschen wohnen. Hier leben viele ganz unterschiedliche Volksgruppen. So gibt es Völker mit indogermanischem Ursprung wie die Russen, Afghanen, Hindus, Perser und Belutschen. Die Indogermanen (auch Indoeuropäer genannt) kamen ursprünglich aus Zentralasien, breiteten sich im Lauf der Zeit jedoch bis weit nach Europa hinein aus. Ebenfalls anzutreffen sind semitische Völker wie die Araber, die vor allem in Vorderasien leben. Zudem gibt es große ostasiatische Völker wie die Chinesen, Japaner und Koreaner. Im Nordosten leben kleinere Völker wie die Tungusen, Tschuktschen oder Jakuten und im Südosten die Thai und Vietnamesen. In den meisten asiatischen Ländern leben mehrere unterschiedliche Völker zusammen. Alleine in China gibt es neben den Chinesen, die die große Mehrheit im Land bilden, noch über 50 verschiedene Minderheiten.

AUS HOCHKULTUREN wurden KOLONIEN

Auf dem asiatischen Kontinent entstanden schon vor etwa 5 000 Jahren die ersten Hochkulturen. In Mesopotamien, dem Land zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris (im heutigen Irak), schufen die Sumerer ihr Reich. Auch in Indien und China gab es früh mächtige Staaten mit hoch entwickelten Kulturen. Um das Jahr 1500 begannen die Europäer, sich Teile von Asien zu erobern und dort Kolonien zu bilden. Ab dem 19. Jahrhundert herrschten die Engländer in Indien, die Niederländer in Indonesien, die Franzosen in Indochina (heute Kambodscha, Laos und Vietnam) und die Spanier (später die Amerikaner) auf den Philippinen. Russland breitete seine Herrschaft auf Sibirien und Zentralasien aus. Die Kolonialherren prägten die Menschen in den besetzten Ländern und ihre Kultur bis heute sehr stark. Der europäische Einfluss zeigt sich beispielsweise in den politischen Systemen einiger Staaten und auch – in geringerem Maße – in der Religion.

Christen in Asien

Die Philippinen, ein Inselstaat im Pazifik, sind das einzige Land in ganz Asien, in dem die Mehrheit der Bevölkerung Christen sind. Dort sind acht von zehn Menschen Katholiken. Die Einwohner der Philippinen übernahmen die katholische Religion von ihren spanischen Kolonialherren und behielten sie bis heute bei.

DAS SCHWERE ERBE DER KOLONIALZEIT

Spätestens 1945, also nach dem 2. Weltkrieg, wurden die meisten asiatischen Staaten unabhängig. In China, Vietnam, Nordkorea, der Mongolei, Laos und Kambodscha setzte sich der Kommunismus durch. Die islamische Revolution im Iran im Jahr 1979 beeinflusste auch viele Nachbarstaaten in Vorderasien. Zahlreiche Menschen wandten sich von der „westlichen” Lebensweise, die ihnen während der Kolonialzeit aufgezwungen worden war, wieder ab. Die islamische Religion gewann ihre frühere, beherrschende Rolle in Politik und Alltagsleben wieder zurück.

Weitere große Veränderungen im politischen Gefüge gab es, als die Sowjetunion in mehrere unabhängige Staaten zerfiel. Heute gibt es in Asien immer wieder heftige Konflikte, die sich teilweise zu Kriegen ausweiten. Einige Konflikte sind bis heute nicht friedlich beigelegt. Im Tschetschenien-Krieg versuchte Russland, seinen Einfluss auf die nach Unabhängigkeit strebende Republik Tschetschenien zu erhalten. Und auch Indien und Pakistan geraten seit ihrer Unabhängigkeit 1947 regelmäßig in Streit. Das ist besonders bedrohlich, da beide Länder über Atomwaffen verfügen.

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