Amerika

Amerika auf dem Globus
Amerika

Amerika ist der zweitgrößte Kontinent der Erde. Er setzt sich aus den beiden Teilen Nordamerika und Südamerika zusammen, die durch einen doppelten Bogen miteinander verbunden sind: im Westen die mittelamerikanische Landbrücke, im Osten die westindische Inselkette. Der Kontinent liegt zwischen dem Atlantischen Ozean und dem Pazifischen Ozean und reicht vom äußersten Norden der Erdkugel bis zum äußersten Süden. Damit erstreckt er sich über alle Klimazonen der Erde, mit Ausnahme der antarktischen.

Amerika ist 14.500 km lang, rechnet man die vorgelagerten Inseln dazu, sogar 15.500 km. Es hat eine Fläche von mehr als 42 Millionen Quadratkilometern. Nordamerika und Südamerika haben fast die gleiche Breite von 5.000 km. Auf dem Kontinent leben über 900 Millionen Menschen (rund 523 Millionen im Norden, ca. 381 Millionen im Süden).

Die beiden Teile des Doppelkontinents unterscheiden sich nicht allein durch das Klima voneinander. Südamerika liegt zum Großteil in den Tropen, während Nordamerika nur bis zum 15. Breitengrad an die heiße Zone heranreicht.

Auch historisch und kulturgeschichtlich haben die beiden Landmassen sich weit auseinander entwickelt. So wird Nordamerika von der Weltmacht und führenden Industrienation USA geprägt, während die Länder im lateinamerikanischen Süden zu den Schwellen- oder Drittländern, also den ärmsten Ländern zählen.

Dennoch weisen zahlreiche Merkmale die beiden Teile als einen zusammengehörigen Kontinent aus. Davon zeugen zum einen ein auf der Westseite verlaufender Zug junger Faltengebirge (Rocky Mountains, Kordilleren, Anden), zum anderen auf der Ostseite alte Rumpfgebirge, während sich in der Mitte beider Teile große Tafel- und Stromtiefländer befinden. Diese entwässern sich fast ausnahmslos zum Atlantik oder seinen Nebenmeeren hin.

Nordamerika besteht aus den Ländern Kanada, USA und großen Teilen Mexikos.

Zu Mittelamerika gehören die Länder Guatemala, Belize, El Salvador, Honduras, Nicaragua, Costa Rica und Panama sowie die Staaten der Karibischen und Westindischen Inseln. Die Großregionen Mittelamerikas ist von Gebirgen geprägt und zählt zu den aktivsten vulkanischen Zonen. Die Temperaturen sind trotz der Tropenlage eher von der Höhe als von den Breitengraden abhängig.

Südamerika erstreckt sich vom Karibischen Meer im Norden bis zum Kap Hoorn im Süden. Zu Südamerika zählen die Länder Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Ecuador, Französisch-Guayana, Kolumbien, Paraguay, Peru, Surinam, Uryguay und Venezuela. Am nördlichen und westlichen Rand Südamerikas finden sich die Anden, das zweithöchste Gebirge der Welt. Die Tieflandfläche Südamerikas wird zum großen Teil durch das Amazonasbecken gebildet, in dem der Amazonas verläuft, der wasserreichste Fluss der Erde. Hier findet sich auch das größte Urwaldgebiet der Erde, der tropische Regenwald.

In Südamerika herrscht die Landwirtschaft vor. Hier werden vor allem Kaffee, Getreide und Zuckerrohr angebaut. Auch die Viehzucht und die Wollproduktion sind wichtige Wirtschaftsfaktoren. Der Erdteil hat bedeutende Bodenschätze wie Erdöl, Kupfer, Zinn, Wolfram, Eisen, Mangan, Blei und Salpeter. Viele Länder entwickeln zudem eigene Industrien.

Völker in Amerika

Die Bevölkerung Nordamerikas ist bunt gemischt. Sie setzen sich zusammen aus den Nachfahren der indianischen Ureinwohner und der afrikanischen Sklaven sowie Zuwanderern aus allen Erdteilen, vor allem Europa. Oftmals haben sich die verschiedenen Völker vermischt. Auch die Bevölkerung Südamerikas setzt sich aus unterschiedlichen Gruppen zusammen. Indianer finden sich vornehmlich im mittleren und nördlichen Andenhochland, zum Teil noch im Amazonasgebiet und im Gran Chaco. In Argentinien, Uruguay und Süd-Brasilien leben viele Weiße, in Nordost-Brasilien Schwarze. In Guayana haben sich zahlreiche Asiaten niedergelassen. In den übrigen Gebieten finden sich überwiegend Mischlinge.

Der Name: Amerika

Der Kontinent Amerika wurde nach dem italienischen Seefahrer Amerigo Vespucci (1451-1512) benannt. Dieser unternahm zwischen 1497 und 1504 Entdeckungsfahrten längs der Küste Südamerikas und gab erste Beschreibungen der entdeckten Länder.

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