Affe

Affe - Zwergschimpanse
Affe - Zwergschimpanse

Affen sind von allen Tieren diejenigen, die uns Menschen am ähnlichsten sind. Unsere engsten Verwandten im Tierreich sind die Zwergschimpansen (oder Bonobos): Wissenschaftler haben herausgefunden, dass deren Erbanlagen fast dieselben sind wie die des Menschen; unser Körper wächst nach fast derselben „Bauanleitung” wie der von Schimpansen. Deshalb ist es kein Wunder, wenn Schimpansen im Zoo oft wie spielende Kinder oder wie nachdenkliche Erwachsene wirken. Sie können zwar nicht sprechen, aber immerhin zählen, malen, einfache Werkzeuge aus Zweigen herstellen und manche Probleme durch Nachdenken lösen. Was alles hat ein Affe mit dem Menschen gemeinsam, und worin unterscheiden er sich von uns?

Affe und Mensch

Ein Affe ist im Gegensatz zum Menschen fast überall am Körper dicht behaart. Das Gehirn vieler Affen ist im Vergleich zu anderen Tieren relativ groß, im Vergleich zum Menschen aber deutlich kleiner. Affenweibchen bringen selten mehr als zwei Junge auf einmal zur Welt; wie bei uns Menschen ist es meist sogar nur eins. Nach der Geburt trägt die Mutter ihr Junges normalerweise einige Zeit an der Brust oder auf dem Rücken, wo es sich festkrallt. Wie bei Menschenkindern dauert es lange, bis Affenkinder selbständig sind – beide müssen zunächst viel lernen. Affen leben oft in Familien zusammen oder in größeren Gruppen. Sie kümmern sich sehr um ihre Artgenossen und suchen sich z. B. gegenseitig Läuse aus dem Fell.

Fast alle Affen leben in den Tropen: in Afrika, Asien und Südamerika. Viele Arten sind allerdings selten geworden oder sogar vom Aussterben bedroht, weil immer mehr Bäume in ihrem Lebensraum gefällt werden und weil Affen vom Menschen getötet werden. Die meisten Affen sind sehr gut an das Leben in Bäumen angepasst. Die Augen sind ziemlich nah nebeneinander an der Vorderseite des Gesichts (bei den meisten anderen Tieren sind sie an den Kopfseiten). Dadurch können Affen besonders gut Bewegungen und Entfernungen abschätzen. Das ist z. B. wichtig, wenn sie von Ast zu Ast oder sogar von Baum zu Baum springen. Außerdem sehen sie als einzige Säugetiere alle Farben. So können sie beispielsweise frische Blätter leicht von welken unterscheiden!

Mit ihren Händen und Füßen können die meisten Affen hervorragend Gegenstände halten, weil sie wie wir den Daumen nach innen umklappen können. Er bildet dann mit den übrigen Fingern eine Art Greifzange, die wie unsere Hand funktioniert. Beim Menschen sind die Fußzehen nicht sehr gut dafür geeignet – versuch einmal, mit dem Fuß einen Gegenstand vom Boden aufzuheben! Übrigens haben die meisten Affen flache Nägel wie wir, also keine Krallen wie ein Hund. Die in Südamerika lebenden Affenarten benutzen beim Klettern auch ihren langen Ringelschwanz. Sie können sich sogar nur mit ihrem Schwanz an Ästen festhalten – d. h., sie haben eigentlich fünf Hände!

Gibbons

Affe - Gibbon
Affe - Gibbon

Die Arme von Gibbons sind fast doppelt so lang wie ihr übriger Körper! Sie sind Meister im Turnen: Gibbons hangeln sich oft sehr schnell an Ästen entlang. Ihr Daumen ist so kurz, dass sie damit nicht einmal richtig greifen können. Ihre anderen Finger sind aber sehr lang und dünn und können wie Haken verwendet werden.

MENSCHENAFFEN

Menschenaffen nennt man diejenigen Affen, die dem Menschen am ähnlichsten sind – sie sind ungefähr so groß wie wir und haben keinen Schwanz. Außerdem sind sie die intelligentesten Affen. Zu den Menschenaffen gehören vier Arten: Orang-Utans, Gorillas, Schimpansen und Zwergschimpansen. Alle Menschenaffen schlafen normalerweise in selbst gemachten Blätternestern im Geäst von Bäumen, um möglichst gut vor Raubkatzen geschützt zu sein.

Affe: Orang-Utan
Affe: Orang-Utan

Orang-Utans haben ein rothaariges Fell. Es sind die einzigen Menschenaffen, die nicht in Afrika vorkommen. Orang-Utans leben im Regenwald Indonesiens, man trifft sie im Gegensatz zu den anderen Menschenaffen selten am Boden. Das faltige Gesicht eines alten Orang-Utan-Männchens sieht dem eines alten Mannes etwas ähnlich – der Name Orang-Utan bedeutet im Malaiischen „Waldmensch”!

Affe: Gorilla
Affe: Gorilla

Gorillas sind die größten Affen überhaupt. Ein Männchen kann so groß wie ein Mann werden, wiegt aber oft das Doppelte oder Dreifache! Weil Gorillas außerdem laut brüllen können und ein ganz schwarzes Fell haben, fürchten sich viele Menschen vor ihnen. In Wahrheit sind Gorillas aber ziemlich scheu und gehen sehr liebevoll miteinander um – außer bei Kämpfen zwischen Männchen. Gorillas leben in einer Familie oder kleinen Gruppe, die von einem starken Männchen geführt und beschützt wird. Ein solcher „Chef” hat meist graue Haare am Rücken, man nennt ihn deshalb „Silberrücken”. Die Jungen müssen die Gruppe verlassen und eine neue suchen, wenn sie groß sind. Junge Männchen streifen dann oft zu mehreren umher, bis sie einen Kampf gegen ein altes Männchen in einer neuen Gruppe gewonnen haben und dort bleiben können.

Affe: Schimpanse
Affe: Schimpanse

Auch Schimpansen und Bonobos leben zusammen in Gruppen – mal nur zu zweit, mal sind es so viele wie zwei Schulklassen. Sie sind die schlauesten und neugierigsten aller Affen. Termiten fangen sie, indem sie einen Stock in deren Bau stecken und warten, bis viele Termiten darauf sind. Dann ziehen sie den Stock heraus und lecken ihn mit der Zunge ab wie Eis am Stiel. Schimpansen sind dauernd miteinander beschäftigt: Sie berühren einander, rufen, schreien oder verständigen sich mit bestimmten Körperbewegungen oder Handzeichen.

Wir meinen oft, Schimpansen verstehen zu können, weil sogar ihr Gesichtsausdruck zeigt, wie es ihnen gerade geht. Im Zoo spielen sie und zeigen Kunststücke. Schimpansen sind in der Natur aber oft überhaupt nicht lieb oder lustig: Sie jagen z. B. zusammen kleinere Affen, um sie zu fressen. Und manchmal führen sie brutale Kämpfe gegen andere Schimpansengruppen, deren Wohngebiet sie haben wollen. Aber wir Menschen haben sicher kein Recht, das zu verurteilen. Schließlich führen wir selbst gegen unsere Artgenossen Krieg. In der Natur muss jedes Tier alles versuchen, um überleben zu können!

Menschenaffen erkennen sich im Spiegel

Menschenaffen können sich selbst im Spiegel erkennen! Man weiß nur noch von manchen Walen, dass sie das wahrscheinlich auch können. Forscher haben einem Schimpansen heimlich einen Punkt auf die Stirn gemalt. Das hat er zunächst nicht gemerkt, denn seine eigene Stirn kann man ja nur im Spiegel sehen. Dann hat man dem Schimpansen einen Spiegel vorgehalten. Nach kurzer Zeit merkte der Schimpanse, dass der Affe im Spiegel er selbst war. Er fing nämlich an, an seiner Stirn zu reiben, um den Punkt wegzukriegen!

ANDERE AFFEN UND HALBAFFEN

Affe: Pavian
Affe: Pavian

Die anderen Affen sind deutlich kleiner als Menschenaffen und leben oft in größeren Gruppen. Die in Asien beheimateten Gibbons sind ziemlich dünn und haben sehr lange Arme und Beine. Zu den interessantesten Affen gehören die Paviane, die in vielen Gegenden Afrikas vorkommen, oft dort, wo es Felsen zum Verstecken gibt. Pavianmännchen haben im Gegensatz zu den Weibchen buschige Haare und eine dichte Mähne um den Kopf – fast wie Löwen! Mandrillmännchen erkennst du leicht an ihrem bunten Gesicht mit der roten Nase. Wie Paviane und Makaken haben Mandrills außerdem einen geschwollenen roten Hintern und nur einen kurzen Schwanz. Rhesusaffen werden in Indien als heilige Tiere verehrt, sie leben oft in der Nähe des Menschen.

Halbaffen sehen dem Menschen nicht ähnlich. Sie wirken eher wie eine Mischung aus Affen und Eichhörnchen, wenn sie flink in den Bäumen umherhuschen. Sie leben in Afrika, Asien und Madagaskar. Die meisten Halbaffen haben wie südamerikanische Affen einen langen Ringelschwanz, den sie als fünfte Hand beim Klettern benutzen. Viele von ihnen kommen nur nachts aus ihren Verstecken, weil sie tagsüber leichter von Raubtieren gefangen werden könnten. Halbaffen haben große Augen, mit denen sie nachts sehr gut sehen können – ähnlich wie Katzen. Auch ihre Schnauze sieht eher aus wie die einer Katze oder eines Hundes als die eines Affen.

Meerkatzen

Affe: Meerkatze
Affe: Meerkatze

Meerkatzen sind keine Katzen, sondern Affen, die vor allem im afrikanischen Regenwald leben. Sie sind recht bunt gefärbt und haben einen langen Schwanz. Obwohl sie schwimmen und tauchen können, hat ihr Name wohl nichts mit dem Meer zu tun. Das Wort Meerkatze haben wahrscheinlich Leute erfunden, die das indische Wort markata falsch verstanden haben. Aber das bedeutet nichts anderes als ... Affe!

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